Historie

Der DVPT wurde am 6. März 1968 als Verband der Postbenutzer e.V. von Wilhelm Hübner gegründet und 1997 umbenannt in Deutscher Verband für Post und Telekommunikation e.V. Um den veränderten Bedingungen moderner Kommunikation in Unternehmen gerecht zu werden, wurde 2006 die Informationstechnologie als weiterer Schwerpunkt der Verbandstätigkeit in die Satzung und den Namen aufgenommen. Der Initiator und Verbandsgründer Wilhelm Hübner schied im Jahr 2000 nach 33-jähriger Tätigkeit für den Verband aus dem Vorstand aus. Er verstarb am 09.02.2015.

Die Geschichte des DVPT ist geprägt von Meilensteinen im Kommunikationsbereich. In diesem Bereich haben wir für Sie die wichtigsten Ereignisse zusammengefasst.

 
Die Geschichte von der Neubausiedlung ohne Telefonanschluss
  • Der Verband war vor der offiziellen Gründung vermutlich die erste Bürgerinitiative Deutschlands – nur gab es dieses Wort 1966 noch nicht.
  • Der Verband hat gerichtlich das Recht auf einen Telefonanschluss für jeden Bundesbürger erwirkt.
  • Der Verband hat erheblich dazu beigetragen, das Endgerätemonopol der Telekom zu Fall zu bringen.

Bei jedem Verband stellt sich rückblickend die Frage, aus welcher Situation heraus dieser überhaupt gegründet wurde.

Dies führt uns in die späten 60er Jahre als es noch im Ermessen der Post lag, wie viel Zeit von der Beantragung eines Telefonanschlusses bis zur Einrichtung vergehen darf.

1967 war Wilhelm Hübner, späterer Gründer des DVPT e.V., einer unter einer Million Antragsstellern, die auf der Warteliste für einen Telefonanschluss standen. Er jedoch statuierte ein Exempel, klagte zusammen mit seinen Nachbarn und rang der Deutschen Bundespost einen festen Einrichtungstermin für die Telefonanschlüsse in seiner Siedlung nahe Frankfurt ab – ein wahres Kunststück.
 Darauf folgten Bittschreiben, und bei Wilhelm Hübner nun auch Anrufe, aus dem gesamten Bundesgebiet. Die betroffenen Bürger und Unternehmen wollten ihre Chance nutzen und von seiner Expertise profitieren. So kam es zur Verbandsgründung des „Verbands der Postbenutzer“ im Jahre 1968, um Hilfe leisten zu können, die dringend benötigt wurde. Und auch der neu gegründete Verband selbst erfuhr noch im selben Jahr unerwartet große Unterstützung: Das Bundesverwaltungsgericht traf 1970 eine Grundsatzentscheidung und stellte fest, dass jeder Bundesbürger einen Rechtsanspruch auf unverzügliche Herstellung eines beantragten Telefonanschlusses hat.

Kräftiger Druck des Verbandes beim Ausbau der Infrastruktur in der ehemaligen DDR

Nach der Wiedervereinigung von Bundesrepublik und ehemaliger DDR stand der Sektor Post und Telekommunikation vor einer Herkules-Aufgabe. Auf einen Schlag und am besten schon Vorgestern, mussten die neuen Bundesländer mit ans Netz. Bezüglich des „Wann“ und „Wie“ hatte der DVPT e.V. durchaus auch etwas zu sagen.

Bereits kurz nach dem Fall der Mauer wies der Verband unmissverständlich darauf hin, dass die Planung zur Integration der DDR an das Telefonnetz unverzüglich beginnen müsse. Schließlich hing davon auch der Erfolg der ökonomischen Zusammenführung beider Gebiete ab. Die Verantwortlichen der Telekom sahen vor, die Fernmeldenetze über einen Zeitraum von mehreren Jahren anzugleichen – unzumutbar lange für die Betroffenen.
 Wilhelm Hübner beschloss, an die Öffentlichkeit zu gehen und machte Druck über die Medien. Dies trug dazu bei, dass Altkanzler Kohl, seinen Bundespostminister dazu beauftragte, sich der Sache persönlich anzunehmen. Innerhalb von acht Tagen wurde ein Konzept erstellt, mittels dem der Telekom ermöglicht werden sollte, effektiver zu arbeiten. Jedoch überstieg die Nachfrage die Kapazitäten der Telekom bei weitem. Damit nun niemand in der Masse unterging und dringliche Fälle nicht in einem Antragsstapel verschwanden, intervenierte der DVPT e.V. Dank der persönlichen Kontakte, die der Verband nutzte, konnte oftmals auch in aussichtslosen Fällen mittels vorfinanzierter Turn-Key-Projekte oder provisorischen Funkanbindungen über das damalige C-Netz geholfen werden.

Die Zeit der unmündigen Endverbraucher ist vorbei!
  • Die Deutsche Bundespost unternahm Ende der 70er den Versuch, die Samstagszustellung zu streichen. Das konnten wir verhindern!
  • Die Post nennt keine Zahlen bezüglich verlorengegangener Briefe – wir kritisieren das seit Jahrzehnten.
  • In Deutschland gibt es ca. 180 durch Kommunen betriebene Postfilialen, obwohl die Post, und nicht etwa die Kommunen, durch die Verfassung verpflichtet ist, Postfilialen zu betreiben. Wir sind dagegen!

Verbraucherschutz ist wichtig, das hat uns die Vergangenheit gelehrt. Allzu oft werden Freiräume, Monopole und Machtpositionen schamlos ausgenutzt. Dass dies zum Nachteil einer klaren Mehrheit geschieht, wird von den Verantwortlichen billigend in Kauf genommen.

Der DVPT e.V. war zu Zeiten des Monopols der Deutschen Bundespost als einziger Marktteilnehmer in der Lage, diese in ihre Schranken zu weisen. Seine Mitgliederzahl stieg daher stetig an. Neutral, unabhängig, doch vor allem Experte genug, um der Bundespost auf Augenhöhe gegenüber zu treten. Dem Einzelnen fehlte es hierfür an Fachwissen, und Fachleute trauten sich nicht, das Vorgehen der Bundespost infrage zu stellen, da sie von der Zusammenarbeit mit ihr lebten. Für die Deutsche Bundespost selbst war es ein bisweilen schmerzhafter Lernprozess, akzeptieren zu müssen, dass der DVPT e.V. Biss hat und für sein Ziel; für Wettbewerb und besseren Service alle Möglichkeiten nutzte, die einem Verband im Interesse seiner Mitglieder zur Verfügung stehen.

Denn: Eine Frage der Ehre

Etwas von seinem Fach zu verstehen, ist eine Sache. Jeden wissen zu lassen, dass man etwas davon versteht, eine Andere. Doch die offizielle Anerkennung von Kompetenzen ist ein Meilenstein.

Durch das Frankfurter Verwaltungsgericht wurde Wilhelm Hübner die notwendige Sachkenntnis bestätigt, so dass das Amtsgericht Offenbach dem Verband 1975 die Erlaubnis erteilte, als Rechtsbeistand im Bereich Post- und Fernmelderecht zu fungieren. Dies ist bis heute so geblieben.

Über die Jahre konnte der DVPT e.V. sich nicht nur als kompetenter Ansprechpartner bewähren. Inzwischen zählen zu seinen Unternehmens-Mitgliedern ebenfalls Einrichtungen der Öffentlichen Hand wie Städte und Gemeinden, Energieversorger oder Universitäten. Zudem wenden sich Bundesministerien, die Bundesnetzagentur und selbst Abgeordnete oder die EU-Kommission bei Fachfragen an den Verband. Dies mag sicherlich an der Fachkenntnis liegen, allerdings darf eins nicht außer Acht gelassen werden: Der DVPT e.V. gibt Expertenrat und wird diesem hohen Anspruch gerecht. Darauf ist jedes Unternehmen, jeder Bürgermeister und jeder Verantwortungsträger der EU-Kommission angewiesen.
 Es zeigt sich erneut, dass Neutralität und Unabhängigkeit das Credo des DVPT e.V. bilden.

  • Die kirchlichen Einrichtungen konnten durch uns dreistellige Millionenbeträge im ITK-Bereich einsparen. Noch heute, über 15 Jahre später, erteilen sie uns Beratungsaufträge.
Sicherlich kein Krawallmacher

Informationsaustausch ist das A und O. Sei es bezüglich der Optimierung bereits bestehender Prozesse oder bei der Einführung neuer Methoden. Für Unternehmen ist es kostspielig und zeitaufwändig, Kundenresonanzen zu erfassen und zu deuten. Für Kunden ist es schwierig, an der richtigen Stelle Gehör zu finden.

Dass der DVPT e.V. ein chronischer Kritiker an den Post- Telekommunikationsunternehmen sei, kann man so nicht unterschreiben. Die Verpflichtungen seinen Mitgliedern gegenüber schließen den Informationsaustausch mit den Unternehmen dieses Sektors mit ein. So kann der Verband, durch die Erfahrungsberichte seiner Mitglieder, beim Aufbau eines modernen und leistungsfähigen Mobilfunknetzes mitwirken. Gezielt wurde die Telekom-Spitze über die Funktionalität ihrer Dienste informiert, um sie optimieren zu können. Dies wurde noch erleichtert, da der DVPT e.V. die Nutzerberichte weiter gab, dies aber auf konstruktiv-kritischer Ebene.

Auch für die Einführung des ISDN war der Verband wichtig. Als erster Nutzer einer ISDN-Kommunikationsanlage in Hessen galt es nicht nur Vorreiter zu sein. Es wurden auch ISDN-Seminare für interessierte Nutzer angeboten. Deutschlandweit war der DVPT die einzige Institution, die dies tat. So versuchte der Verband, sein erworbenes Fachwissen weiter zu geben. Das half indirekt natürlich auch den Anbietern, da den potentiellen Kunden mehr Informationen über die Dienstleitung vorlagen. Dies trug maßgeblich zur Durchsetzung des Dienstes bei.
 Nicht zu vergessen die fördernde Leistung des Verbandes, beispielsweise bei Teletexdiensten oder dem C-Mobilfunknetzen. Der DVPT e.V. hat auch hier gezielt an der Optimierung der Dienstleistungen mitgearbeitet, um jede Innovation auf die Probe zu stellen und realistisch bewerten zu können. Auch aktuell geht es wieder um ISDN. Diesmal um die Frage, was technisch folgt.

Ein Urgestein im Wandel der Zeit

Nach dem Wegfall des Telekom-Monopols und dem rechtlichen Wegfall des Postmonopols könnte man meinen, dass der DVPT e.V. nun als mahnende Reliquie gesehen werden kann. Jedoch ist der Verband heute sogar aktiver als zu Zeiten der Gründung.

Heute sieht der Verband seine Aufgaben in Beratung, Fortbildung, Förderung und Vermittlung. Beratung hinsichtlich der Möglichkeiten, die es heute bereits gibt und wie unsere Mitglieder diese am besten nutzen. Fortbildung wegen der Seminare und Workshops, durch die unsere Mitglieder immer up to date bleiben. Förderung, da wir das Zugpferd vieler Veranstaltungen sind, die auch die jüngeren Semester ansprechen und motivieren, selbst aktiv innovativ für ihr Arbeitsgebiet zu werden. Und Vermittlung schlicht weil wir Unternehmen, etwa in der Ausübung unseres jährlichen Zukunftspreises, mit den Ideen einzelner Tüftler zusammenbringen. So hat etwa der DVPT e.V. als erster erkannt, dass IT und der physische Postbereich in einer raschen Konvergenz zusammenwachsen und hat dies aus internen Ergebnissen einer Arbeitsgruppe unter Einbeziehung wichtiger Experten in vielen Kongressen und Vorträgen – als Erster – zum Thema gemacht. Selbstverständlich war der DVPT e.V. auch wichtiger externer Teilnehmen des DE-Mail Pilotprojektes in Friedrichshafen. Ebenso war der DVPT e.V. 2010 Mitglied im Projektbeirat des Bundeswirtschaftsministeriums bezüglich der „Möglichkeiten und Grenzen einer Verbesserung des Wettbewerbssituation der Post- und Telekommunikationswirtschaft durch den Abbau von branchenspezifischen Kosten aus Informationspflichten”.

Neues Jahrtausend – neue Wege

Zur Jahrtausendwende gab es auch Verbandsintern einschneidende Umstrukturierungen.

Bereits 1997 benannte sich der Verband der Postbenutzer um in „Deutscher Verband für Post und Telekommunikation e.V.“ 2006 wurde in diesen Namen noch die Informationstechnologie aufgenommen und der Verband somit zum Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation e. V. – kurz DVPT e.V. In diesem Falle ist der Name auch tatsächlich Programm, denn mit den Umbenennungen einher gingen auch dementsprechende Änderungen der Satzung. So kann der Verband den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht werden.

Und noch ein entscheidendes Ereignis fand statt: Nach 32-jähriger Tätigkeit schied Wilhelm Hübner, Gründer des Verbandes, aus dem Vorstand aus. Der Verband wird heute von Klaus Gettwart geführt.

  • Der Verband bildet seit 2007 aus, um für die Zukunft gerüstet zu sein.
  • Wir sind deutschlandweit der einzige Anwenderverband, der Konvergenz gegenüber dem Anwender vertritt.

Nach wie vor steht der Verband für seine Mitglieder ein und berät bei Fragestellungen rund um die Bereiche Post, IT, Telekommunikation sowie Zukunftsthemen. Ergänzt durch Veranstaltungen und Initiativen werden die Kommunikation der Zukunft und Innovationen gefördert. Der DVPT bietet Unterstützung bei Strategieentwicklungen, Markteinschätzungen, Investitionsentscheidungen und Beratungsleistungen. Seminare an der DVPT-Akademie, Managementforen zu aktuellen Themen und die Schaffung von Kommunikationsplattformen runden das Bild ab.

Als interaktiver Marktteilnehmer ist der DVPT eine deutschlandweit anerkannte Institution und bildet mit seinen Initiativen und Veranstaltungen eine besondere Schnittstelle zwischen Menschen und Technologie.

 

 

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